Rainer Maria Rilke / Lou Andreas-Salomé.

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und Selbstdarstellung, von der AuBenhiilse, die das Leben schirmt, und von Weggegebenheit an sie als an den Tod. Am tiefsten aber kam er zum BewuBtsein der Ge- fahr in alledem, als er sie mitten im Schaffen noch erkannte, als er auf sie wie auf eine unausrottbare Tragik stieB, die seiner schopferischen Beschaffenheit als solcher eingefiigt war. Riickblickend auf das Malte- Buch kommt er (1911 aus SchloB Duino) zu folgen- den Erwagungen daruber: „Die gute Ellen Key hat mich nattirlich umgehend mit dem Malte verwechselt und aufgegeben; aber nie- mand als Du, liebe Lou, kann unterscheiden und nach- weisen, ob und wieweit er mir ahnlich sieht. Ob er, der ja zum Teil aus meinen Gefahren gemacht ist, darin untergeht, gewissermaBen, um mir den Unter- gang zu ersparen, oder ob ich erst recht mit diesen Aufzeichnungen in die Stromung geraten bin, die mich wegreiBt und hiniibertreibt. Kannst Du’s begreifen, daB ich hinter diesem Buch recht wie ein Uberleben- der zuriickgeblieben bin, im Innersten ratios, unbe- schaftigt, nicht mehr zu beschaftigen? Je weiter ich es zu Ende schrieb, desto starker fuhlte ich, daB es ein unbeschreiblicher Abschnitt sein wiirde, eine hohe Wasserscheide, wie ich mir immer sagte; aber nun erweist es sich, daB alles Gewasser nach der alten Seite abgeflossen ist und ich in eine Diirre hinunter-